Einweihung des Gemeindehauses in Grötzingen 2016

"Alles Bauen zeigt die Verfassung,
in der sich eine Gemeinschaft befindet
wie in einem untrüglichen Spiegel."

                            Paul Schatz (1898–1979)

Einige Monate erweckte das hinter dem Bauzaun  verwaiste Gemäuer unseres Gemeindehauses den Eindruck, als würden die Sanierungsarbeiten brachliegen. „Ich glaube, da oben tut sich nichts“….hörte ich häufiger, wenn ich nach dem Gottesdienst noch zum Gespräch auf dem Kirchplatz verweilte. Manchmal bewegte auch mich der gleiche Gedanke, obwohl ich es besser wusste: Die Geschäftigkeit der Kernsanierung fand lange Zeit im Innern statt, um dann, wenige Wochen vor der Einweihung, „im neuen Gewand“ in Erscheinung zu treten – zum Erstaunen der Gemeindeglieder und eigentlich auch der Kirchengemeinderäte. Auch für uns war es ein Ereignis, das mehr oder weniger theoretisch Geplante nun vor Augen zu haben. Ähnlich der „Entwickelung“ einer Raupe zum Schmetterling, wenn sich aus einer Art trockenem Blatt plötzlich ein farbenfroher Schmetterling entfaltet.

Am Tag vor der Einweihung traf sich die Bläsergruppe aus Grötzingen/Harthausen zur Musikprobe im neuen Gemeindehaus…. Als ich auf das Gemeindehaus zuging, entdeckte ich, dass Wiese und der hellgrün-melierte Fußboden des Gemeindehauses wie ineinander übergingen, als würden sie eine organische Verbindung eingehen.
Es war ein strahlender Sonnentag und auch das Eingangsfoyer empfing mich hell und freundlich. Mir gefielen die Sitznischen, die zartgrün getönten Wände, die schmalen, hellen Holzleisten an der Decke mit den verdeckten Lichtbändern, gleichsam schlicht und komfortabel. Ich war so froh und dankbar, dass alles so schön aussah, was wir geplant hatten. Auch an trüben Tagen würde dieses Gemeindehaus Heiterkeit, Trost und Beheimatung ausstrahlen. Die bodentiefen Fenster sorgen nicht nur für Offenheit und Transparenz – einer einladenden Geste gleich – sondern schaffen auch Verbindung zur umgebenden Natur, was erfrischend und beruhigend auf Geist und Seele wirkt.
Selbstverständlich gibt es auch einen Raum für seelsorgerliche Gespräche, der Sichtschutz bietet. Menschen, die hier zusammentreffen, sollen sich wohlfühlen dürfen. Das nun zukunftsfähige Gemeindehaus besitzt darüber hinaus eine allumfassende Haustechnik, die den Maßstab von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bestens erfüllt  und alle Anforderungen an Sicherheit bietet.
...die Musiker packten nach langem Staunen und Schauen dann doch noch ihre Instrumente aus und während wir probten, sind uns die helfenden Hände aufgefallen, die unermüdlich im Hintergrund gearbeitet haben und die unbedingt an dieser Stelle erwähnt werden müssen. Ich freute mich sehr auf den nächsten Tag, die Einweihung des alten/neuen Gemeindehauses Grötzingen!

Der „Gaudete – Sonntag“, 11. Dezember 2016, dritter Advent, begann mit einem Festgottesdienst, den Kirchenchor und Kantorengruppe feierlich mitgestalteten. Im Anschluss lud Pfarrer Weber zur Einweihungsfeier hinüber ins Gemeindehaus ein.
Nach Begrüßungsworten von Herrn Schneider,2. Vorsitzender/Grötzingen, eröffnete Pfarrer Weber den Reigen der Festansprachen, gefolgt von Frau Blaschke, Architektin, Herrn Kiefer, technischer Ingenieur, Aichtals Bürgermeister Lorenz Kruss, Frau Strobel vom evangelischen Kirchengemeinderat Grötzingen und Frau Eberhardt, 2.Vorsitzende /Neckartenzlingen. Inhalt der Ansprachen, Fotos und überreichte Aufmerksamkeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage SE Neckar-Aich. Aufgelockert wurden die Festreden durch die beschwingte Musik der Bläsergruppe Grö/HH ( wir suchen nach einem Namen), die großen Applaus der Anwesenden erntete. Im Anschluss lud der Kirchengemeinderat zum Buffet ein und alle Gäste hatten Gelegenheit, sich die neu gestalteten Räume anzusehen und ins Gespräch zu kommen.
Durchaus dankbar und bereit, auch Kritisches zu hören, begegneten mir an diesem Tag nur anerkennende, lobende Worte, vor allem über die freundliche Atmosphäre des Gemeindehauses und die mutige, ansprechende Farbe des Fußbodens – „Grün ist die Hoffnung und das Wachsen in der Natur, das sich entwickelnde Leben.“

Ja, das ist es, was unser Pastoralteam und der Kirchengemeinderat erreichen wollten: Zukunftsfähigen Raum schaffen, der einladend wirkt, als Ort der Begegnung, um Glauben lebendig werden zulassen.

 Herzlichst, Anette Matrai

 ….der KGR hatte bereits seine erste Sitzung in den neuen Räumen. Nach einer Weile fiel uns auf, wie mollig warm es nun ist. Sitzungen in extra dicken Pullovern gehören nun der Vergangenheit an. Die Getränketabletts waren mit grünen Servietten, passend zum Boden, ausgelegt. Eine Aufmerksamkeit von Clemens Thiele. Dankeschön!          

 

 

Das Motto des 3. Adventssonntages "Gaudete - Freut euch" passte hervorragend auf diesen Tag, an dem unser in nur 10 Monaten kernsanierte Gemeindehaus in Grötzingen offiziell eingeweiht wurde: die Freude der anwesenden Gemeindemitglieder und Gäste war groß.

Pfarrer Weber erinnerte an die lange Vorbereitungsphase und die vielen Diskussionen über die Möglichkeiten einer Sanierung. Für ihn sei es v.a. ein Haus, in dem wir zusammenkommen, um die Botschaft Christi lebendig werden zu lassen. Anschließend segnete er das Haus und seine Besucher.

Die Architektin, Frau Blaschke, dankte den vielen inzwischen notwendigen Fachingenieuren und den Handwerkern für die zügige und unfallfreie Arbeit. Sie berichtete, wie ihr Vorschlag entstand, das mehr als 40 Jahre alte Haus technisch und energetisch zu sanieren, ohne die Proportionen wesentlich zu ändern. Dies war nur möglich, indem außer dem Dach, 10 Säulen und der Treppe alles entfernt und neu errichtet wurde. Ihre 3 wichtigsten Änderungen: Verlegung des Eingangs in die Mitte, Zurücksetzen der Vorderfront, so dass Arcaden entstanden und Erzeugen einer Einheit aus Kirche, Gemeindehaus und Wiese. Für diese stiftete sie auch noch einen zusätzlichen Baum.

Herr Kiefer, der für die Technik verantwortliche Ingenieur verwies auf die innovative Lichttechnik und v.a. auf die neue Heizanlage mit Doppelwärmepumpe, die die Energie aus der Außenluft gewinnt. Aber auch aus der Abluft wird Wärme zurückgewonnen. Begeistert zeigte er allen Interessierten anschließend im Untergeschoss die neuen Anlagen. Er wird sich an unserer neuen Verstärkeranlage beteiligen.

In seinem kurzweiligen Grußwort betonte Aichtals Bürgermeister Kruß, dass Kirche im Mittelpunkt einer Stadt bleiben muss. Er zitierte das Matthäus-Evangelium (.. und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche baue..) und änderte den Titel des aktuellen Gemeindebriefes (Mach' mal gschwind langsam) ab in'Toll schnell gemacht'. Als Geschenk überreichte er die Zeichnung eines Aichtalers mit Kirche und Gemeindehaus.

Frau Strobel vom ev. Kirchengemeinderat in Grötzingen bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in der Ökumene und überreichte in Kreuz mit grünen Steinen als Zeichen der Hoffnung. Frau Eberhardt, 2.Vorsitzende der Schwestergemeinde in der Seelsorgeeinheit in Neckartenzlingen lobte schließlich das gelungene bauliche Ensemble. Sie spendeten einen Teil des Buffets.